RatgeberEinwände
Einwandbehandlung "Schicken Sie mir Unterlagen": was sagst du?
Was bedeutet "Schicken Sie mir Unterlagen" im Verkaufsgespräch?
Der Satz klingt nach Interesse, ist aber oft eine höfliche Art, das Gespräch zu beenden. Wer "Schick mir doch mal Infos" sagt, muss in diesem Moment nicht Nein sagen und nicht Ja. Das Material ist ein Aufschub, den beide Seiten akzeptieren können, weil er niemanden in Verlegenheit bringt.
Trotzdem steckt nicht immer ein Nein dahinter. Hinter der Bitte stehen meist drei unterschiedliche Lagen, und jede braucht eine andere Antwort. Welche es ist, erkennst du nicht am Satz, sondern erst an der Antwort auf deine Rückfrage. Ob ein Satz ein echter Einwand oder ein Vorwand ist, klärst du genau so.
- Höflicher Rückzug
- Dein Kunde hat kein echtes Interesse oder traut sich nicht, das offen zu sagen. Unterlagen verschieben das Nein nur.
- Echter Lesebedarf
- Dein Kunde will etwas schwarz auf weiß sehen, etwa den Ablauf, die Inhalte oder die Bedingungen, weil er Dinge lieber in Ruhe prüft.
- Jemand liest mit
- Eine weitere Person entscheidet mit, zum Beispiel ein Geschäftspartner. Dein Kunde braucht etwas, das er weitergeben kann.
Was antwortest du auf "Schicken Sie mir Unterlagen"?
Deine erste Antwort ist eine Rückfrage, die den Wunsch ernst nimmt und ihn gleichzeitig genauer macht. Zum Beispiel: "Mache ich gern. Damit ich dir nicht einen Stapel schicke, den du nie liest: Was genau möchtest du dir anschauen?" So zeigst du Entgegenkommen und erfährst, welcher Punkt noch offen ist.
Oft lässt sich dieser Punkt sofort im Gespräch klären. Dann brauchst du keine Unterlagen mehr, weil die Frage beantwortet ist, solange dein Kunde noch zuhört. Typische Varianten des Einwands und eine Antwort, die das Gespräch offen hält:
| Kunde sagt | Du antwortest | Was du damit erfährst |
|---|---|---|
| "Schicken Sie mir einfach Unterlagen." | "Gern. Welcher Teil interessiert dich am meisten: der Ablauf, die Inhalte oder die Investition?" | Welches Thema für deinen Kunden noch offen ist. |
| "Schick mir mal Infos per Mail." | "Mache ich. Was müsste da drinstehen, damit du danach sagen kannst, ob es für dich passt?" | Woran dein Kunde seine Entscheidung festmacht. |
| "Ich lese mir das lieber in Ruhe durch." | "Verstehe ich. Was ist die eine Frage, die du dir beim Lesen beantworten willst?" | Ob es einen konkreten Zweifel gibt oder nur Zeit gebraucht wird. |
| "Haben Sie was Schriftliches für meinen Partner?" | "Ja. Wäre es sinnvoll, wenn ihr beide beim nächsten Termin dabei seid?" | Wer noch mitentscheidet und ob du diese Person erreichst. |
| "Schicken Sie mal, ich melde mich dann." | "Gern. Ist es in Ordnung, wenn wir direkt einen kurzen Termin festhalten, um deine Fragen dazu zu klären?" | Ob dein Kunde einen nächsten Schritt will oder das Gespräch beenden möchte. |
Welche Unterlagen schickst du wirklich, und wann?
Du schickst Unterlagen, wenn dein Kunde einen konkreten Punkt genannt hat, den er nachlesen oder weitergeben will. Dann gehört genau dieser Punkt hinein, nicht deine komplette Präsentation. Ein langes Dokument wirkt gründlich, wird aber selten zu Ende gelesen, und die eigentliche Frage geht darin unter.
Schreib die Unterlagen so, dass sie ohne dich verständlich sind. Dein Kunde liest sie allein oder gibt sie weiter, und niemand kann dir dabei eine Rückfrage stellen. Schick sie am selben Tag, solange das Gespräch noch frisch ist. Diese Bausteine reichen meistens:
- Zusammenfassung
- Ein paar Sätze dazu, wo dein Kunde heute steht, wohin er will und was ihr im Gespräch besprochen habt, in seinen eigenen Worten.
- Antwort auf die offene Frage
- Genau der Punkt, den er nachlesen wollte, zum Beispiel der Ablauf der ersten Wochen oder was im Programm enthalten ist.
- Der nächste Schritt
- Der vereinbarte Termin mit Datum und Uhrzeit, damit klar ist, wann ihr über die Unterlagen sprecht.
Wie sicherst du den Folgetermin, bevor du Unterlagen schickst?
Der wichtigste Satz bei diesem Einwand fällt, bevor du auflegst: der Termin für das nächste Gespräch. Unterlagen ohne Termin führen zu einer Mail, auf die keine Antwort kommt, und zu einem Nachfassen, das sich für beide unangenehm anfühlt. Mit Termin wird aus dem Aufschub ein klarer Schritt. Wie du nach jedem Gespräch nachfasst, auch ohne diesen Einwand, steht unter Angebot nachfassen.
Sagt dein Kunde schon beim Termin Nein, weißt du mehr als nach jeder Unterlage. Dann war die Bitte ein Rückzug, und du kannst offen fragen, was ihn zögern lässt. So läuft es in der Praxis:
- Wunsch bestätigen: Sag zu, dass du etwas schickst, damit dein Kunde merkt, dass du seinen Wunsch ernst nimmst.
- Punkt eingrenzen: Frag, was genau er nachlesen will und wofür er es braucht.
- Sofort klären, was geht: Beantworte die Frage im Gespräch, wenn sie sich mündlich klären lässt.
- Termin festhalten: Vereinbare einen kurzen Folgetermin in den nächsten Tagen und trag ihn direkt gemeinsam ein.
- Gezielt schicken: Schick am selben Tag nur das, was ihr besprochen habt, mit dem Termin am Ende.
- Im Termin fragen: Beginne das nächste Gespräch mit der Frage, was beim Lesen klar wurde und was noch offen ist.
Was tust du, wenn der Einwand schon am Anfang des Gesprächs kommt?
Kommt "Schicken Sie mir Unterlagen" in den ersten Minuten, etwa bei einem Rückruf auf eine Anfrage, will dein Kunde meist herausfinden, ob sich das Gespräch lohnt. Hier hilft es, kurz zu sagen, worum es gehen soll und wie lange es dauert. Ein Satz wie "Die Unterlagen schicke ich dir gern. Damit sie zu dir passen, darf ich dir vorher zwei kurze Fragen stellen?" öffnet oft mehr als jedes Dokument.
Im Discovery Call geht es darum, die Lage deines Kunden zu verstehen. Unterlagen vor diesem Gespräch beantworten Fragen, die er noch gar nicht gestellt hat. Arbeitet bei dir ein Setter, gilt dasselbe: Er vereinbart lieber einen Termin, als ein Paket mit Material zu verschicken. Weitere Einwände aus dieser frühen Phase findest du in der Einwand-Bibliothek und unter Kein Interesse.
Häufige Fragen
Ist "Schicken Sie mir Unterlagen" immer ein Vorwand?
Nein. Manche Kunden prüfen Dinge lieber schriftlich oder müssen etwas weitergeben. Ob es ein Vorwand ist, erfährst du mit der Rückfrage, was genau sie nachlesen wollen. Kommt darauf keine Antwort, war es meist ein Rückzug.
Soll ich Unterlagen verweigern?
Nein. Wer ablehnt, wirkt, als hätte er etwas zu verbergen. Sag zu, grenz den Inhalt ein und halte einen Termin fest. So bekommt dein Kunde, was er braucht, und du bleibst im Gespräch.
Was ist der Unterschied zu "Ich überlege es mir"?
Bei "Ich überlege es mir" will dein Kunde Zeit, bei "Schicken Sie mir Unterlagen" will er Material. Beides kann ein Aufschub sein. Wie du mit Bedenkzeit umgehst, steht unter Ich überlege es mir.
Was, wenn nach den Unterlagen nur noch der Betrag offen ist?
Wenn dein Kunde vom Programm überzeugt ist und nur der Betrag auf einmal im Weg steht, gehst du nicht mit dem Preis runter, sondern bietest deinem Kunden direkt im Gespräch eine Finanzierung an, im Look deiner Marke. Mehr dazu unter Einwand zu teuer.
Wer entscheidet über die Finanzierung?
Die Entscheidung trifft allein die Bank. Stimmt sie zu, startet dein Kunde in dein Programm. Das Ergebnis siehst du in VorAb.
Passt VorAb zu deinem Coaching?
Erzähl uns kurz von deinem Coaching. Wir prüfen, ob VorAb zu dir passt, und melden uns persönlich.
